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Was ist das bessere Smarthome? Einzelgeräte mit Alexa kombinieren vs. Gesamtsystem

2019-04-18

Smarthome-Gesamtsysteme kombinieren verschiedene Aspekte wie Beleuchtung, Heizung, Sicherheit usw. aus einer Hand. Dafür sind sie allerdings relativ teuer. Dank Alexa und Co. können auch günstige Einzelgeräte verschiedener Hersteller zu einer mehr oder weniger einheitlichen Lösung kombiniert werden. Was sind die Vorteile der beiden Ansätze und welcher ist für mich geeignet?

Wer neu in das Thema Smarthome einsteigt, steht vor der Wahl von zahllosen verschiedenen Anbietern und Angeboten. Zunächst lassen sie sich in zwei Kategorien einteilen: So gibt es einerseits komplette Systeme wie z.B. von innogy, Bosch, Magenta (Telekom) usw., die von Beleuchtung über Heizung bis hin zu smarten Rauchmeldern das gesamte Spektrum aus einer Hand abzudecken. Auf der anderen Seite tummeln sich bei großen Online-Händlern zahlreiche teils wenig bekannte Hersteller von smarten Einzelgeräten wie Wifi-/Bluetooth-Glühbirnen* oder auch Heizungssteuerungen*. Im Folgenden beleuchten wir die Vor- und Nachteile der beiden Ansätze, abhängig von den jeweiligen Anforderungen und der Ausgangssituation. Alternativ kannst du diese auch gleich interaktiv in unserem Smarthome-Konfigurator direkt für dein Zuhause gegenüberstellen und vergleichen.

Ein Vorteil von Gesamtsystemen aus einer Hand ist, dass sich so alle Aspekte und Geräte in einer einzelnen App vom Smartphone aus steuern lassen. Verwendet man hingegen Einzelgeräte verschiedener Hersteller, finden sich schnell auch unzählige Apps auf dem Handy und je nachdem, welche Lampe man gerade ein- oder ausschalten möchte, muss man eine andere App starten. Dies lässt sich dadurch teilweise entschärfen, dass viele Geräte inzwischen von Amazon Alexa, Google Home oder Apple HomeKit angebunden sind. Damit lassen sie sich nicht nur per Sprache steuern, beispielsweise mit einem Echo-Sprachassistenten*, sondern auch bequem aus der jeweiligen App (z.B. der Alexa-App), die zumindest die wesentlichen Funktionen bereitstellt wie das Ein- und Ausschalten, Dimmen, oder das Einstellen der Temperatur einer Heizung.

Wirklich smart wird ein Zuhause erst durch das Zusammenwirken verschiedener Geräte. So möchte man zum Beispiel mit einem Lichtschalter eine andere als ursprünglich vorgesehene Lampe schalten oder zum Beispiel eine Stehlampe, die bislang gar nicht per Lichtschalter steuerbar war, da sie an die Steckdose angeschlossen ist. Weitere Möglichkeiten sind z.B. ein „Alles-Aus-Schalter“, der bei Verlassen der Wohnung auf Knopfdruck alle Lampen ausschaltet und die Heizung absenkt. Dies kann auch per Bewegungsmelder oder sogar Geofencing passieren, als durch das GPS im Handy des Nutzers gesteuert. Eine weitere Kombinationsmöglichkeit ist das automatische Absenken der Heizung, während des Lüftens.

Systemlösung: Alles aus einer Hand. Optimale Integration, aber zu welchem Preis?

Beispielsweise innogy SmartHome ermöglicht all dies innerhalb des eigenen Systems und sogar ohne Cloud-Anbindung, also ohne Abhängigkeit von einer Internetverbindung und ohne dass Daten das Zuhause verlassen. Das Herzstück bildet dabei die Zentrale, mit der alle anderen Geräte per Funk kommunizieren. Über sogenannte Szenarien, die in der App oder der Website konfiguriert werden können, kann der Nutzer das Zusammenspiel der Geräte regeln. So lassen sich Regeln erstellen wie z.B. „Wenn Schalter 1 gedrückt wird, dann schalte Lampe 2 und 3 an und nach 30 Sekunden wieder aus und regle die Heizung auf 20°C“. Diese Regeln werden innerhalb der Zentrale ausgewertet, die die Funksignale an die einzelnen Geräte weiterleitet, d.h. eine Cloud-Anbindung ist dafür nicht notwendig. Statt eines Schalters können auch andere Kriterien wie ein Feueralarm, Bewegungsmelder, Fenstersensor und sogar Messwerte wie die Raumtemperatur oder Luftfeuchtigkeit, beispielsweise zur Schimmelwarnung, konfiguriert werden.

Solange dabei ausschließlich Geräte des gleichen Herstellers verwendet werden, funktioniert dies sehr gut. Allerdings können Systeme von Fremdherstellern nicht oder nur sehr eingeschränkt angebunden werden, man ist also innerhalb einer Systemwelt „gefangen“. Dies wirkt sich besonders daher aus, da die Kosten für die Einzelgeräte meist sehr hoch sind. So schlägt beispielsweise ein steuerbarer Zwischenstecker von innogy allein mit ca. 50€ zu buche, während es günstige Einzellösungen, z.B. von PowerBear, bereits ab ca. 15€ gibt. Hinzu kommen die Kosten für die Zentrale, die je nach System zwischen 50€ und 200€ liegen. Ob ein Gesamtsystem für dich die richtige Lösung ist, kannst du in unserem Smarthome-Konfigurator herausfinden.

Die Alternative: Günstige Einzelgeräte kombinieren zum individuellen Smarthome

Eine kostengünstige Alternative dazu bietet das Zusammensetzen vieler günstiger Einzelgeräten verschiedener Hersteller. So gibt es smarte Zwischenstecker bereits ab ca. 15€ von CYRUS, Wifi-Glühbirnen ab 15€ von LYASI oder Luminea und auch Thermostate ab 40€ von BEOK. Nachteilig ist zunächst, dass jedes einzelne Gerät auch mit einer eigenen App kommt, über das es sich steuern lässt. Man hat also einen Zoo von vielen Apps auf dem Smartphone und muss bei jedem Mal eine andere starten, wenn man etwas steuern möchte.

Hier kommen Aggregatoren ins Spiel, die verschiedene Geräte unter einer einheitlichen Oberfläche vereinen und auch Querverbindungen zulassen. Neben Systemen wie z.B. OpenHAB, das den Betrieb eines eigenen Servers – lokal im eigenen Netz oder in der Cloud – sowie einiges an manueller Konfiguration voraussetzen, wird diese Rolle immer mehr von Sprachassistenten wie Amazon Alexa oder Google Home eingenommen, in der Apple-Welt auch HomeKit. So gibt es inzwischen kaum noch smarte Geräte ohne Alexa-Integration („Skill“ genannt). Laut Amazon gibt es schon über 10.000 Alexa-fähige Geräte.

Doch benötigt man unbedingt einen Sprachassistenten wie den Echo, um Alexa nutzen zu können? Die Antwort ist ein ganz klares Nein. Auch ohne Echo-Gerät kann man von der Alexa-Integration profitieren. So lässt sich Alexa auch in der App fürs Smartphone oder Windows-PC ansprechen – und auch ganz ohne Spracheingabe kann die Alexa-App zum Schalten der Geräte klassisch per Button und Schieberegler genutzt werden. Alexa übernimmt also nicht nur die Funktion eines Sprachassistenten, sondern kann auch rein als Smarthome-Aggregator-Alternative zu komplizierten Systemen wie OpenHAB genutzt werden.

Auch Szenarien, bei Alexa auch Routinen genannt, lassen sich damit realisieren, also die Zusammenlegung verschiedener Befehle. Auslöser dafür sind dann Sprachkommandos (z.B. „Alexa, auf Wiedersehen“ um die Beleuchtung auszuschalten und Heizung herunterzuregeln) oder Zeitsteuerung wie Beispielsweise das Vorheizen des Badezimmers vor dem Aufstehen oder die Kaffeemaschine am morgen. Komplexere Regeln wie etwa das Hochregeln der Heizung bei Schimmelgefahr oder das Koppeln verschiedener Lichtschalter sind damit allerdings nicht möglich.

Der goldene Mittelweg

Als Mittelweg zwischen dem System aus einer Hand und dem kompletten „Frankenstein“-SmartHome aus zahlreichen Einzellösungen lassen sich auch Systeme miteinander verknüpfen oder mit Einzelgeräten kombinieren. So lassen sich die oben genannten Integrationen mittels Alexa oder OpenHAB natürlich auch mit den meisten Systemen verwenden. Darüber hinaus gibt es auch explizite Verbindungsmöglichkeiten zwischen bestimmten Systemen:

So integriert innogy SmartHome beispielsweise SmartCam-Kameras von Samsung, das ENTR-Schloss von Yale oder Miele@home-Geräte, aber auch das gesamte Beleuchtungssystem von Philips hue, um entsprechende Leuchten etwa über einen Lichtschalter, Bewegungsmelder oder per Szenario zu steuern. Dabei wird dann aber zusätzlich zur innogy-Zentrale auch noch eine hue Bridge benötigt. Ähnliches bietet auch HomeMatic, das ebenfalls hue integriert.

Viele Beleuchtungssysteme wie Philips hue, OSRAM SMART+ oder IKEA TRÅDFRI basieren auf dem ZigBee Light Link-Protokoll, einem Industriestandard für die Funksteuerung von Beleuchtung. Daher können diese Geräte miteinander kombiniert werden; beispielsweise also eine TRÅDFRI-Glühbirne in ein hue-System eingebunden werden, ohne dass eine weitere Zentrale benötigt wird. Ebenso kann ein Echo Plus mit seiner eingebauten ZigBee-Zentrale diese Glühbirnen direkt ansteuern, es wird also keine herstellerabhängige Steuerungseinheit benötigt. Allerdings ist dies immer mit Einschränkungen verbunden. So ist etwa die initiale Kopplung umständlich, ebenso wie Softwareupdates oder weitere Zusatzfunktionen, die teilweise nur mit der jeweiligen Zentrale funktionieren.

Auch spricht natürlich nichts dagegen, für relativ unabhängige Aspekte wie die Heizungssteuerung und die Beleuchtung mit komplett unabhängigen Lösungen anzusteuern, etwa tado° für die Heizung und TRÅDFRI für die Beleuchtung. Auch wenn die beiden Systeme nicht direkt miteinander interagieren können, wäre der Mehrwert hier ohnehin sehr beschränkt.

Unser Fazit – Welcher Smarthome-Typ bist du?

Welcher Ansatz für dich der richtige ist, hängt von dir ab. Während die "großen" Systeme eine optimale Integration erlauben, kann man mit vielen Einzelgeräten viel Geld sparen, muss aber evtl. ein bisschen mehr basteln und mit ein paar Kompromissen leben. Steht die Sprachsteuerung im Vordergrund, spielt der Hersteller der jeweiligen Systeme kaum noch eine Rolle. Vielleicht hilft dir auch unser KI-gestützter Smarthome-Konfigurator bei der Entscheidung.

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